Website oder Instagram zuerst? Meine Erfahrung nach der eigenen Gründung

 
Katrin Elna Wegener erklärt gestikulierend am Laptop, wie sie sich zwischen Website und Instagram entschieden hat
 

Wenn du dein Business startest, fragst du dich vermutlich, wie du dich digital aufstellen solltest. Erst eine Website, dann eine der unzähligen Social-Media-Plattformen, oder doch ein Newsletter?

Das hängt davon ab, wo sich deine Zielgruppe aufhält und in welcher Branche du unterwegs bist. Trotzdem gehören mindestens drei Werkzeuge in jede Business-Tasche: eine Website, ein Newsletter, wo er Sinn ergibt, und ein Personal-Media-Profil auf der Plattform, die zu deinem Business und deiner Zielgruppe passt.


Inhaltsverzeichnis:


    Muss meine Website fertig sein, bevor ich mit Instagram starte?

    Als ich mein Business gegründet hatte, informierte ich mich bei Netzwerken wie der HEI hier in Hamburg, was alles wichtig ist für den Start. Eine Website gehörte für mich von Anfang an klar dazu.

    Weil die Zeit drängte, ließ ich das Grundgerüst meiner Website zu Beginn von einer Webdesignerin in Squarespace aufsetzen. Für den Rest fehlte mir schlicht die Zeit, denn wer sich selbstständig macht, kennt das: Neben Sichtbarkeit und Business wartet auch jede Menge Papier- und Behördenkram.

    Irgendwann stand die Basis, ich aber kam nicht weiter. Also holte ich mir eine Businessberaterin mit ins Boot, und die sagte etwas Entscheidendes: Deine Website ist noch nicht fertig, aber überleg mal, was du eigentlich anbietest, nämlich Instagram-Profilbetreuung für Frauen in der Lebensmitte mit eigenem Business. Starte doch zuerst dein Instagram-Profil und bau die Website nebenher weiter aus. Dann bist du schon auf einer Plattform sichtbar und kannst deine Follower mit auf die Reise nehmen, wie dein Business wächst.

    Ich war erst unsicher, wollte alles richtig machen und steckte in dieser Denkschleife fest, erst alles perfekt haben zu müssen. Dann entschied ich mich tatsächlich dafür, erstmal mit Instagram anzufangen. So hatte ich wenigstens eine Präsenz im Netz, um interessierten Kundinnen etwas von mir zu zeigen.

    Ob diese Vorgehensweise auch für dich infrage kommt, hängt vor allem von deiner Branche ab. Denn seien wir ehrlich: Neben einem Instagram-Profil wirkt eine Website nach wie vor seriöser, besonders wenn du etwas verkaufen willst.


    Reicht eine Website allein?

    Für manche Branchen reicht sie nicht nur, sie ist sogar die bessere Wahl.
    Bei Psychotherapeutinnen und Therapeuten zum Beispiel würde ich immer zu einer Website raten, und sei es nur ein One-Pager. Bei einem so persönlichen Thema wollen Menschen vorher wissen, mit wem sie es zu tun haben, bevor sie den ersten Schritt wagen.

    Ein Instagram-Profil sehe ich in diesem Bereich dagegen kritisch. Nach meiner Recherche dürfen Therapeutinnen zwar sachlich über ihre Arbeit informieren, aber nicht werblich auftreten, und Fallbeispiele sind wegen der Schweigepflicht ohnehin tabu, auch anonymisiert.Was bleibt dann noch zu zeigen?

    Und ein Newsletter stößt hier an eine ganz andere Grenze: Menschen kommen aus den unterschiedlichsten Gründen in eine Therapie, eine so große Themenvielfalt lässt sich kaum in einem Newsletter bündeln.

    In der Heilpraktik sieht das etwas anders aus. Auch hier gilt ein Gesetz, das Heilmittelwerbegesetz, das Heilversprechen und übertriebene Aussagen verbietet. Aber allgemeine Tipps zu Gesundheit und Achtsamkeit sind ausdrücklich erlaubt, solange kein konkretes Versprechen dahintersteckt. Und weil es dabei meist um allgemeines Wissen geht statt um einen einzelnen Fall, ist auch die Schweigepflicht seltener ein Thema. Solche Tipps lassen sich deshalb genauso gut auf Instagram teilen wie in einem Newsletter.

    Wie empfindlich dein Thema ist, entscheidet also mit darüber, ob eher eine Website, Instagram oder ein Newsletter für dich infrage kommt. Setzt du am Ende auf eine Website allein, kommt es besonders auf ihre Qualität an.

    Katrin Elna Wegener in einer Filmstreifen-Collage mit drei Posen am Laptop, nachdenklich mit der Hand am Kinn, erklärend mit erhobener Hand, lächelnd in die Kamera

    Wie viele Kanäle braucht mein Business eigentlich?

    Wie viele Kanäle du wirklich stemmen kannst, hängt vor allem von deiner zeitlichen Kapazität ab, und die ist meistens knapper, als wir uns eingestehen wollen. Trotz KI kostet es Zeit, Pinterest, Instagram, Newsletter oder LinkedIn zu bespielen, von eigenen Blogbeiträgen ganz zu schweigen.

    KI hilft dir dabei enorm, keine Frage. Für Recherche und Themenfindung ist sie ein Turbo, in Minuten hast du zehn Ideen mehr im Gepäck als vorher. Auch beim Feinschliff leistet sie gute Dienste: eigene Texte ordnen, grammatikalisch glätten, auf den Punkt bringen. Ich schreibe zum Beispiel wahnsinnig gerne wahnsinnig viel, und genau da hilft mir KI, das Wichtigste herauszudestillieren.

    Eigenständig Texte in deinem Stil schreiben oder in Canva fertige Instagram-Postings zaubern, sodass du selbst kaum noch ran musst: Das kann KI (noch) nicht wirklich gut. Wäre schön, die Realität sieht aber anders aus. Oft schraubst du ewig an einem KI-Text herum, bis herausgeschält ist, was wirklich nach dir klingt. Dafür vergeht Zeit, viel Zeit. Manchmal wird der Text dann brauchbar, manchmal aber auch einfach nur noch mieser.

    Mein Rat: Konzentriere dich auf deine Website und maximal einen weiteren Personal-Media-Kanal. Mehr schafft eine One-Woman-Show realistisch nicht. Sitzt das Kleingeld später lockerer und du kannst dir jemanden leisten, der dir einen weiteren Kanal mitbespielt, dann gönn dir das. Das bringt dich in der digitalen Sichtbarkeit noch mal ein großes Stück nach vorn.

     

    Warum Website, Instagram und Newsletter zusammenpassen

    Du hast im Netz drei ganz unterschiedliche Präsenzen zur Auswahl. Die Website ist deine Homebase. Die kann dir niemand so leicht nehmen, anders als ein Profil auf einer Plattform, die dir nicht gehört (miese Hacker mal außen vor). Dort bildet sich alles ab, was wichtig ist, um dich kennenzulernen: deine Angebote, wer du bist, wie man dich erreicht.

    Auf Instagram zeigst du den Blick hinter die Kulissen. Solche kleinen Momente auf die Website zu packen, würde sie überladen. Und so schnell, wie sich dein Alltag ändert, kämst du mit dem Aktualisieren gar nicht hinterher. Instagram ist dafür der bessere Ort, um aktuelle Themen zu teilen, Vertrauen aufzubauen und eine eigene Community wachsen zu lassen.

    Und seit Instagram-Beitragstexte inzwischen bei Google in der Suche auftauchen, lohnt es sich, auch dort passende SEO-Begriffe einzubauen. Seit Juli 2026 lässt sich das sogar in der Google Search Console nachverfolgen: Du verknüpfst dein Instagram-Profil, und danach siehst du nach und nach, welche deiner Beiträge in der Google-Suche auftauchen und über welche Suchbegriffe. Bis genug Daten zusammenkommen, um daraus etwas abzulesen, dauert es allerdings eine Weile.

    Und dann der Newsletter: Hier gehören dir die Leads, also die Kontakte, die sich zum Beispiel über ein kostenloses Angebot bei dir eingetragen haben. Die kann dir kein Algorithmus und kein Unternehmen wieder wegnehmen. Dein Newsletter ist deshalb der Ort, der am nächsten an deiner Zielgruppe dran ist, ideal, um Angebote, Persönlichkeit und Werte zu zeigen und am Ende auch zu verkaufen.

    So spielen alle drei zusammen: Instagram sammelt Leads für den Newsletter, zum Beispiel über ein kostenloses Angebot in der Bio. Nebenbei tut deine Website dasselbe, etwa über ein Formular oder ein Goodie auf einer Unterseite.

    Und noch ein Grund, warum das Trio funktioniert: Jede Station begleitet deine Kundin in einer anderen Phase. Instagram bringt sie zum ersten Mal mit dir in Kontakt, die Website überzeugt sie, dass du die Richtige bist, der Newsletter hält die Verbindung, bis sie bereit für eine Zusammenarbeit ist.

     
    Katrin Elna Wegener im Nahporträt, Kopf auf die Hand gestützt, lächelt in die Kamera
     

    Website oder Instagram: Wie entscheidest du dich richtig?

    Was du überhaupt brauchst, entscheiden am Ende drei Fragen.
    Wie empfindlich ist dein Thema, und wie viel darfst du davon öffentlich zeigen?
    Wie viel Zeit hast du wirklich, regelmäßig etwas zu bespielen?
    Und wo hält sich deine Zielgruppe am ehesten auf?

    Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast und dich für Website und Instagram entschieden hast, gilt: lieber anfangen als warten.

    Bevor eine neue Website oder ein neues Profil in der Suche auftaucht, muss Google sie erst crawlen, sie also automatisch aufspüren und in den eigenen Index aufnehmen, die riesige Datenbank, aus der später die Suchergebnisse stammen.

    Und bis sich dann genug Vertrauen aufgebaut hat, regelmäßige Beiträge, Verlinkungen, echte Klicks, vergeht zusätzlich Zeit. Je länger du zögerst, digital sichtbar zu werden, desto später beginnt dieser Prozess. Deshalb lohnt es sich, lieber mit einer noch unfertigen Website oder einem unfertigen Instagram-Profil zu starten, als auf den perfekten Moment zu warten.


    FAQ

     
     
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